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Treppenhaus als Abstellfläche – was ist erlaubt?

Darf das Treppenhaus als Abstellfläche genutzt werden? Diese Frage hast du dir vermutlich auch schon einmal gestellt. Im Allgemeinen gilt, alles, was die anderen Mieter nicht stört, ist nicht grundsätzlich verboten. Solange keine Gefahren oder Schäden durch das Abstellen von Gegenständen im Hausflur entstehen, sie nicht den Weg versperren oder sonstige Störfelder bieten, muss niemand mit Abmahnungen seitens des Vermieters rechnen, ob nun junge Familien mit Kinderwagen oder Rentner mit Gehhilfen, Fahrräder, Müllsäcke oder schmutzige Schuhe. Anders sieht es jedoch aus, wenn es Nachbarn gibt, die sich dadurch behindert fühlen.

Treppenhaus als Abstellfläche – was kann zum Ärgernis werden?

Ob Kinderwagen, Rollstühle, Schuhe, Fahrräder oder Müll – in vielen Treppenhäusern der deutschen Mehrfamilienhäuser finden sich genau diese Gegenstände. Viele Menschen nutzen diesen gemeinschaftlichen Raum als weitere Abstellfläche. Doch viele Mieter stören sich daran, weil diese Gegenstände den Weg versperren oder schlichtweg stinken. Wenn es dann kaum noch möglich ist, an den im Flur geparkten Gegenständen vorbeizugehen, kommt es dann oftmals zum Streit. Doch was ist denn nun erlaubt und was nicht? Faktisch gesehen ist es vom Gesetzgeber nicht exakt geregelt, wie der Hausflur genutzt werden darf. Deshalb gilt grundsätzlich, dass alles „erlaubt“ ist, wenn es niemanden stört. Sollten sich die Nachbarn jedoch über Fahrrad, Kinderwagen und Co. im Hausflur beschweren, kann das zum Streit führen. Deshalb solltest du es grundsätzlich ernst nehmen, wenn sich deine Nachbarn über abgestellte Gegenstände im Flur mokieren. Sollten sie sich beim gemeinsamen Vermieter beschweren, hat er die Möglichkeit auf Unterlassung zu klagen und kann dich außerdem abmahnen. Sogar die Kündigung ist dann möglich.

Kinderwagen im Hausflur

Möchtest Du das Treppenhaus als Abstellfläche für den Kinderwagen nutzen, darfst du das grundsätzlich tun, wenn es die anderen Mieter nicht beeinträchtigst und sie den Flurbereich uneingeschränkt nutzen können. Es ist außerdem nicht zumutbar, den Kinderwagen über mehrere Stockwerke hinweg hochzutragen, wenn kein Fahrstuhl vorhanden ist. Das Abstellen von Fahrrädern ist nur für einen kurzen Zeitraum erlaubt. Auch Schuhe dürfen nur kurzzeitig im Treppenhaus abgestellt werden. Das Abstellen von Gehhilfen ist jedoch grundsätzlich erlaubt.

Sperrgut ist nicht erlaubt

Das Lagern von Sperrgut im Treppenhaus ist grundsätzlich verboten. Weder Treppenhaus noch Gemeinschaftsräume dürfen zur Zwischenlagerung oder Lagerung von Sperrgut genutzt werden. Möbel, alte Matratzen und ähnlich große Gegenstände versperren anderen den Weg oder sogar den Fluchtweg. Auch in diesem Fall kann es zur Abmahnung durch den Vermieter kommen. Falls der Sperrmüll auch nach der Abmahnung nicht entfernt wird, droht ebenfalls die Kündigung. Bei Unklarheiten zum Besitzer des Sperrmülls darf der Vermieter die Kosten für die Entsorgung auf alle Mieter umlegen. Zuvor muss er diese jedoch auffordern, den Stein des Anstoßes zu entfernen, darauf hinweisen oder vorwarnen, dass andernfalls die Kosten für die Entsorgung von den Mietern zu tragen sind.

8 Kommentare

  1. Stephanie

    6. Januar 2017 - 13:57
    Antworten

    Hallo,
    Super Artikel, das habe ich mich auch immer gefragt, da es soo viel Raum im Flur gibt.
    LG
    Stephanie

  2. Micha

    12. Januar 2017 - 8:48
    Antworten

    Hallo,

    irgendwie wurde vergessen, auf das Thema Brandschutz einzugehen! Spielt das denn keine Rolle?

    Grüße
    Micha

  3. Robert W.

    6. Juli 2017 - 10:03
    Antworten

    Toller Artikel!

    Wenn alles klar geregelt ist, gibt es keinen Raum für Diskussionen und Auseinandersetzungen.
    Danke.

  4. Martina

    14. Juli 2017 - 7:23
    Antworten

    Danke für diesen Blog. Fand ich sehr hilfreich. Doch leider ist es so, dass Eltern(gerade einige Mütter) sehr bequem geworden sind. Der Kinderwagen wird so hingestellt, dass er Tür und Kellertür behindert. Wenn man sie höflich darauf anspricht, wird man als Kinderfeindlich angesprochen. Doch wenn es mal brennen sollte, wird uns es das Leben kosten…und jetzt kommt es …auch das der Familie, welches den Kinderwagen da hingestellt hat.

    Um das klar zu stellen, ich meine nicht Mütter oder Väter im allgemeinen…sondern einige wenige

  5. Carola

    13. November 2017 - 11:34
    Antworten

    Dieses Thema sorgt in Miethäusern immer wieder für Streit. Dabei wäre es doch so einfach. Wofür sind denn Hausregeln da? Wenn sich jeder daran halten würde, wären diese Probleme aus der Welt geschafft.
    Beste Grüße,
    Carola

  6. Dieter

    27. Juli 2018 - 12:12
    Antworten

    Ich seh das änlich wie meine Vorposterin. Einfach klipp und klar in die Hausregeln schreiben, keine Objekte, die nicht klipp und klar der Dekoration dienen, länger als 15m, unbeaufsichtigt im Flur stehen lassen. Fertig ist das Problem. Kein Streit.

  7. Luise

    6. November 2018 - 13:16
    Antworten

    Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass Sperrgüter ordentlich entsorgt werden. Alte Matratzen oder Geräte im Treppenhaus zwischenzulagern, sieht nicht nur unschön aus, sondern birgt auch ein Sicherheitsrisiko. Unten in unserem Treppenhaus steht seit Tagen ein alter kaputter Fernseher und der Besitzer gibt sich nicht zu erkennen. Dass bei der Entsorgung durch den Vermieter alle Mieter dafür zahlen müssen, finde ich ungerecht – allerdings ist es gut zu wissen.

  8. Laura Heimisch

    8. November 2018 - 11:31
    Antworten

    Genau gestern habe ich es erlebt, dass in meinem Treppenhaus ein großer Kleiderschrank stand, der den Weg gesperrt hat. Ich war wirklich wütend und habe das sofort der Treppenhausreinigung mitgeteilt. Sehr gut, dass in diesem Fall es zur Abmahnung durch den Vermieter kommen kann. Ich werde das nächste mal den Vermieter direkt kontaktieren.

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